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462. Einsatz der Tapferen Knirpse bei Julian

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Julian ist ein aufgeweckter, neugieriger und zudem hübscher kleiner Junge. Mit seinen gerade mal vier Jahren steckt er jeden mit seiner Fröhlichkeit und Offenheit an. Und doch hat dieser so tapfere Junge eine schwere Zeit hinter sich. Aber auch in Zukunft wird er auf seine Tapferkeit und seine positive Energie, die zweifelsohne in ihm steckt, angewiesen sein. Denn Julian erlitt durch Unterversorgung im Mutterleib einen Schlaganfall.
Lange haben seine Eltern auf ihr Wunschkind gewartet. Die Schwangerschaft verlief problemlos. Doch eine Woche vor dem Geburtstermin fühlte Julians Mama Anne, dass etwas nicht in Ordnung war. Kurz vor fünf Uhr kam sie an jenem Tag im Krankenhaus an. Nicht mal eine halbe Stunde später kam ihr Kind per Notsectio auf die Welt: Ein 5kg-Mädchen wurde erwartet, doch ein zierlicher Junge mit gerade mal 2.750 Gramm war geboren – Julian. Unmittelbar danach mussten 10 lange Minuten Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden. Drei weitere Tage wurde Julian auf 31 Grad heruntergekühlt, um u. a. das Gehirnsterben aufzuhalten. Eine Nottaufe wird den schockierten Eltern in der ersten Nacht empfohlen.
Vierzehn Tage unsäglichen Bangens vergehen, bis es endlich Zuversicht gibt: Julian hat es geschafft! Dennoch blieb der Schlaganfall nicht ohne Folgen: Julian leidet aufgrund dessen unter einer spastischen Hemiparese; er ist linksseitig komplett gelähmt.
Gleichwohl hatten seine Eltern, als es nach 2 Wochen Intensivstation nach Hause ging, ein munteres, zufriedenes Baby, dem eine Lähmung nicht anzusehen war. Doch mit drei Lebensmonaten hing schlagartig seine linke Körperseite. Der Tagesablauf war von nun an geprägt von unzähligen Behandlungen und Untersuchungen. Trotzdem besucht Julian seit drei Jahren eine Regel-Kita. Geblieben sind die vielen Termine in Julians Kalender, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr: Physio, Ergo, Akkupunktur, Chiropraktiker etc. – eben das volle Programm. Zusätzlich trägt Julian nachts zur Streckung der Sehnen im linken Fuß eine Unterschenkelorthese und tagsüber eine Daumenabduktionsorthese, um seiner linken Hand das Öffnen zu erleichtern. Der Schlaganfall hat seine Spuren hinterlassen; so wird seine linke Hand z. B. wohl nur eine Hilfshand bleiben.
Dank der guten Ärzte und Therapeuten, aber vor allem seines starken Willens und seines Durchhaltevermögens wegen hat Julian nicht nur zeitgerecht Robben, Krabbeln, Sitzen und Laufen gelernt, sondern mittlerweile auch das Klettern auf einem Klettergerüst. Darauf ist er mächtig stolz! Und worauf er noch stolz sein kann, ist seine Familie: Sowohl Mama und Papa als auch seine Großeltern waren und sind mit Geduld, Ausdauer und viel Energie diejenige Stütze, die ein Kind in Julians Situation braucht.
Das Foto-Shooting mit Julian und seiner Familie hat sehr viel Spaß gemacht. Getroffen habe ich neben sympathischen und engagierten Eltern, einen liebenswerten, aufgeschlossenen und total netten kleinen Jungen, der gelernt hat, tapfer seine spezifischen Herausforderungen zu meistern. Und so erlebt ihn seine Umgebung, wie auch ich als Fotograf als das, was Julian ist: ein wirklich großartiger Junge mit viel Energie, dem das Leben einen schweren Start bescherte, aber dank seiner Stärke noch viele schöne Seiten bieten wird. Hoffen wir, dass sein Traum, einmal Oberbrandmeister bei der Feuerwehr in seinem Heimatort zu werden, in Erfüllung geht. Und um ehrlich zu sein, wüsste ich rein gar nichts, was dem entgegensteht – dank seiner Kraft und der aufopfernden Unterstützung seiner Lieben. Wir von FOTOBODE wünschen Dir, lieber Julian, alles Gute. Es war uns eine Freude und Ehre zugleich, Dich kennengelernt zu haben.

Noch ein Gedanke “462. Einsatz der Tapferen Knirpse bei Julian”

Liebe Leser,
unser Sohn Julian ist mittlerweile 6,5 Jahre alt und seit dem Sommer 2018 stolzes Schulkind in einer „Regelschule“. Die Sorge, dass auf ihn nun massenhaft die Frage einstürzen wird „Was ist mit Deiner linken Hand?“ (in der Kita gab es das nicht, denn die Kinder waren ja ab 2 Jahren zusammen und kannten Julian nicht anders), hat sich als unbegründet herausgestellt. Vom ersten Tag an hat er Freunde gefunden, ist voll akzeptiert und sein Handicap spielt keine Rolle. Auch die Lehrer und Horterzieher, die wir natürlich von Beginn an im Gesprächsaustausch begleitet haben und denen wir durch unseren offenen Umgang mit Julians Geschichte sicherlich anfängliche Sorgen & Bedenken nehmen konnten, sind immer wieder erstaunt über den kleinen Mann und lassen uns wissen, dass er angekommen und voll integriert ist. So kann es weitergehen! Die Ergo- und Physiotherapie begleiten uns wöchentlich mehrmals und gehören zum festen Alltag von Julian. Auch die Nachtlagerungsschiene trägt Julian seit mittlerweile 4 Jahren und wird er wohl noch benötigen, bis er ausgewachsen ist. Aber sie gehört für Julian dazu, wie das tägliche Zähneputzen. Die Daumenabduktionsorthese trägt er nicht mehr, denn ab einem gewissen Alter, ist die Spastik stärker als das Hilfsmittel. Aber er Nutz die Hand und öffnet sie, wenn er sie benötigt.
Wir haben einen tollen, gesunden und schlauen Sohn mit einem Handicap, für den jeden Tag ein Abenteuer ist und der glücklich darüber ist, dass es ihn gibt! Wir wir Eltern auch! Glücklich, stolz und dankbar!
Liebe Grüße von Julian und seiner Familie

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