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371. Einsatz der Tapferen Knirpse bei Tizian

tizian
Tizian wurde 2013 gute vier Wochen zu früh geboren. Er hatte zwar anfangs Probleme mit der Atmung, dem wurde jedoch keine große Bedeutung zugeschrieben und so wurde auch kein Kinderarzt hinzugezogen, obwohl Tizian ja definitionsgemäß ein Frühchen war.
Zuhause fiel den Eltern auf, dass Tizian sehr schnell atmete, das sei aber ja bei einem Frühchen normal, so daß auch die freundliche Kinderärztin nichts feststellen konnte.
Am Heiligabend verschlimmerte sich der Zustand von Tizian zusehends, Mama Corina fiel auf, dass er kaum noch trank. So fuhren die Eltern mit ihrem Säugling am Weihnachtsabend in die Klinik. Dort angekommen wurde Tizian sofort untersucht. Die Sauerstoffsättigung zeigte einen lebensbedrohlichen Wert an, so das Tizian eigentlich schon fast reanimationspflichtig gewesen wäre.
Innerhalb von Sekunden waren Ärzte und Schwestern um Tizian versammelt und versuchten sein Leben zu retten. Ein Röntgenbild zeigte dann die Ursache. Tizian hatte wohl eine angeborene Lungenfehlbildung (die man in den ersten zwei Lebenstagen hätte feststellen können, wäre ein Kinderarzt vor Ort gewesen), was nun zu einer kompletten Überblähung der linken Lunge mit Verlagerung von Herz und rechter Lunge zur Folge hatte. Tizian konnte kaum noch atmen. Er kam sofort auf die Intensivstation. Nach einer Stabilisierung seines Zustandes konnte er am 30.12.2013 operiert werden.
Es war eine große, lange, komplizierte Operation. Tizian war gerade 6 Wochen alt, ihm konnte der obere linke Lungenlappen glücklicherweise komplikationslos entfernt werden. Er erholte sich rasch von dieser großen Operation und man kann sagen, dass Tizian das alles ohne Schäden überlebt hat, grenzte an ein kleines Wunder.
Nach wenigen Wochen verdrehte Tizian zu Hause plötzlich die Augen und schrie vor Schmerzen. Seine Oma, die mit dabei war, sagte damals, sie habe noch nie ein Kind vor Schmerzen so wimmern und weinen hören. Sensibilisiert von seiner Vorgeschichte riefen sie damals sofort den Notarzt. Angekommen in der Kinderklinik wurde Tizian sofort wieder auf die Intensivstation verlegt, er befand sich wieder in einem lebensbedrohlichen Zustand. Er hatte eine Streptokokken-Meningitis!
Der behandelnde Arzt meinte, wenn er ein wenig später gekommen wäre, wäre es vielleicht schon zu spät gewesen. Aber wieder erholte sich Tizian unglaublich schnell und überstand auch diese lebensbedrohliche Erkrankung ohne größere Schäden.
Als Tizian 6 Monate alt war, fielen Corina kleinere Knötchen unterhalb der Haut am Oberschenkel und am Rumpf auf. Beunruhigt stellten sie Tizian erneut in der Kinderklinik vor. Die Ärzte konnten sie beruhigen, es sei ziemlich sicher nichts Schlimmeres, aber um Sicherheit zu haben, wurde Tizian operiert und zwei Knoten entfernt. Nach einer Woche erhielten Corina und Michael die schreckliche Diagnose…
Tizian hatte ein Neuroblastom!
Es folgten unzählige Untersuchungen, viele Narkosen…
Tizian hatte einen sehr großen Tumor am Rückenmark und viele Metastasen im kompletten Körper ( Weichteil, Kiefer, Hals…). Da der große Tumor schon auf das Rückenmark drückte und die Niere verdrängte musste sofort mit einer Chemotherapie begonnen werden. Es zeigte sich, dass Tizian einen sehr seltenen Tumor bzw. Tumorausbreitung hatte. Die Kinderklinik nahm auch Kontakt nach Bonn auf und nach sehr, sehr bangen Wochen, legten sich die Spezialisten fest, dass Tizian in ein Stadium eingruppiert werden konnte, dass nun wieder sehr gute Heilungschancen hatte.
Tizian war damals das kleinste Baby auf der onkologischen Station. Die Chemotherapie vertrug er mäßig, immer wieder musste er wegen Übelkeit zurück in die Klinik, da er zu Hause kaum noch trank. Aber die Chemotherapie schlug an, Tizian begann richtig zu strampeln, was er wohl vorher wegen Schmerzen gar nicht gekonnt hatte, da der Tumor sich deutlich verkleinerte. Und er war und ist immer ein fröhliches Kind, er lächelte jeden an und man sah ihm seine Erkrankung überhaupt nicht an.
In dieser schweren Zeit half die ganze Familie zusammen.
Bruder Kilian, der gerade mal zwei Jahre alt war, wurde viel von den Omas versorgt da Tizian mit seiner Mama unglaublich viel im Krankenhaus war.
Und sie haben es bisher sehr gut geschafft.
Seit ca. 9 Monaten ist Tizian ohne Chemotherapie, er hat alle drei Monate ein MRT in Narkose zur Kontrolle. Der Tumor ist gut zurück gegangen, aber noch nicht vollständig weg, allerdings ist er nicht operabel, da er zu nah am Rückenmark liegt. Das letzte MRT war am 22.10. und die Prognosen sind richtig gut. Tizian hat sich unglaublich gut entwickelt, er ist groß, läuft und springt, rutscht, hüpft Trampolin und lacht! Nur noch die vielen Narben lassen erahnen, was er in seinem ersten Lebensjahr alles durchgemacht hat.
Ein Arzt meinte zu Tizian´s Mama, er kenne in der ganzen Literatur kein einziges Kind, dass drei lebensbedrohliche Erkrankungen zusammen hatte und alles überlebt hat!!!
Die Familie hat nun wieder in ihren Alltag gefunden mit einigen kleinen Rückschlägen.
Gerade als die ersten guten Nachrichten bei Tizian eintrudelten, wurde bei Papa Michael ein Tumor an der Ohrspeicheldrüse festgestellt. Im Januar 2015 wurde er in einer großen OP in Großhadern operiert. Es ist alles gut gegangen und der Tumor ist gottseidank gutartig gewesen. Danach hatte Michael noch einen Hörsturz, als würde es nicht schon genügen…
So langsam kommt bei allen das Verarbeiten, Kilian lässt Mama und Tizian nirgends mehr alleine hingehen.
Den Eltern stellt sich nun ganz oft die Frage, was wäre wenn….. ( wenn er bei seiner Geburt gleich untersucht worden wäre…, wenn er nach seiner Geburt bei fehlendem Streptokokkenabstrich ein Antibiotikum erhalten hätte, dann wäre vielleicht sein Immunsystem nicht so geschwächt gewesen, dann wäre es vielleicht nicht zu alldem gekommen…)
Darüber kann man lange nachdenken, trotzdem sind die vier Kämpfer unglaublich glücklich, dass es Tizian wieder gut geht und haben sich deswegen ein Familienshooting redlich verdient!

2 Noch ein paar Gedanken “371. Einsatz der Tapferen Knirpse bei Tizian”

Unglaublich, was Tizian und seine Familie alles aushalten und durchstehen mussten.
Ich wünsche Euch allen vor allem viel Gesundheit und dass Ihr nie den Mut verliert!

Die Fotos sind toll geworden!

Ganz schrecklich, wie das Schicksal bei manchen immer wieder zuschlägt…
Hoffe, es geht für euch in Zukunft nur noch bergauf !!! Wünsche eurer ganzen Familie FROHE WEIHNACHTEN und ein noch glücklicheres NEUES JAHR 💙 !!!

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