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451. Einsatz der Tapferen Knirpse bei Jermaine

jermaine
Anfang November fuhr ich in den noch herbstlich aussehenden Pfälzer Wald, um mich mit dem sechsjährigen Jermaine und seiner Mama zu treffen.
Dort angekommen, erwarteten mich neben der kleinen Familie zwei Krankenschwestern, die Jermaine ca. zwölf Stunden am Tag pflegen und der Familienhund Rex.
Jermaine kam mit einem Herzfehler zur Welt der operiert werden musste, als er zwei Monate alt war. Während einer weiteren OP gelangte bei der Beatmung durch die Herz-Lungenmaschine zu viel Sauerstoff ins Gehirn, sodass eine Hirnblutung entstand. Die Hirnblutung war verantwortlich dafür, dass mehrere Gehirnareale dauerhaft geschädigt wurden, sodass Jermaine ab diesem Zeitpunkt auf die Pflege von Erwachsenen angewiesen war.
Jermaine kann nicht gehen, kann nicht sprechen und ist fast erblindet. Er wird künstlich ernährt und atmet durch eine Trachialkanüle. Weiterhin leidet Jermaine unter 10-15 epileptischen Anfällen am Tag, weshalb er im nächsten Jahr alle Zähne entfernt bekommt. Während den Anfällen beißt sich Jermaine oft in die Zunge und die Gefahr ist sehr groß, dass er sich dadurch einmal sehr schwer selbst verletzt.
Auf Nachfrage, was Jermaine von dem verstehen würde was ich zu ihm sage, antwortete eine der Krankenschwestern liebevoll: „Wir gehen davon aus, dass Jermaine alles versteht, er kann es nur nicht zeigen“. In dieser Aussage lag sehr viel Wertschätzung und sie spiegelte auch ein wenig die Atmosphäre in der Familie wieder. Es wurde viel gelacht, viel miteinander geredet und Jermaine war trotz seiner Behinderung voll integriert. Jermaines Mama sagte mir, die Familie lebe im Hier und Jetzt, denn täglich könnte sich Jermaines Gesundheitszustand verschlechtern. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich voller Bewunderung für die Energie und die Lebenseinstellung dieser Familie.
Um Fotos zu schießen machten wir einen Spaziergang zu einem kleinen Spielplatz in der Nähe. Unterwegs erfuhr ich ein wenig mehr über Jermaine. Er wird z.B. täglich von einem Fahrdienst zur Schule abgeholt, er mag Cars, Hörspiele und er malt sehr gerne. Mit dabei war auch ein selbst gemaltes Bild von ihm, welches ich unbedingt fotografieren sollte. Nach ca. einer Stunde machten wir uns auf den Rückweg. Zuhause angekommen, schossen wir noch einige Fotos zusammen mit Rex und ich sprach noch ein wenig mit Jermains Mama. Nach dem Fototermin fuhr ich wieder Richtung Karlsruhe und ließ den schönen Pfälzer Wald hinter mir. Der Fototermin hinterließ ein eigenartiges, aber sehr zufriedenes Gefühl. Meine eigenen Probleme wurden plötzlich so unbedeutend und noch Wochen später bin ich voller Bewunderung für Jermains Familie! Danke, dass ich mit euch fotografieren durfte!

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