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444. Einsatz der Tapferen Knirpse bei Vivian

vivian
An einem verregneten Vormittag im September hat mich mein erster Einsatz für die Tapferen Knirpse zu der dreizehnjährigen Vivian und ihrer Familie geführt. Kaum war ich angekommen schaute sie mit ihren Geschwistern schon neugierig um die Ecke. Ich muss zugeben, ich war schon etwas nervös, schließlich wusste ich nicht was auf mich zukommt. Aber ich wurde sehr herzlich empfangen und das Eis war schnell gebrochen. Während Vivian eine Folge ihrer geliebten Mickey Mouse schaute, erzählte mir ihre Mama bei einer Tasse Kaffee ihre Krankengeschichte und wie der Alltag der Familie aussieht.
Vivian wurde als gesundes Mädchen geboren. Doch mit acht Monaten zeigte sie erste Auffälligkeiten wie verkrampfte Hände oder verdrehte Augen, die jedoch lange vom Arzt als „normale“ Entwicklung abgetan wurden. Erst Monate später stellte ein anderer Arzt Epilepsie fest, die sich in Form von atypischen Absencen (Bewusstseinsunterbrechungen) bemerkbar macht. Durch einen frühkindlichen Hirnschaden mit Mikrocephalus entstand eine schwere Entwicklungsstörung. Hinzu kam noch die Diagnose Autismus. Vivian musste unzählige Untersuchungen über sich ergehen lassen. Eine wirkliche Ursache für ihre Erkrankungen konnte jedoch nie gefunden werden. Sie ist dreizehn Jahre alt, aber auf dem Stand einer zweijährigen. Sie erkennt keine Gefahren, so dass man immer ein Auge auf sie haben muss. Doch sie ist eine Kämpferin und entwickelte sich weiter als ihre Eltern zu hoffen wagten. Entgegen der Prognose der Ärzte, dass sie wahrscheinlich niemals laufen könne, lernte sie es, wenn auch etwas verzögert. Sie geht auf eine spezielle Förderschule, wo sie sogar das Fahrradfahren erlernte. Sie kann alleine essen und trinken, allerdings muss das Essen mundgerecht zubereitet werden, da sie nicht immer ihr Essen kaut und daran ersticken könnte. Sprechen kann Sie nur ein paar Wörter, was zur Folge hat, dass sie sich manchmal anders – z.B. durch schreien – bemerkbar macht. Der letzte große Krampfanfall liegt schon eine Weile zurück, da sie gerade gut durch Medikamente eingestellt ist. Hat sie jedoch einen schlechten Tag, äußert sich das in Form einer – vermutlich durch die Medikamente hervorgerufenen – aggressiven Verhaltensweise mit schreien, beißen, kratzen, schlagen und treten.
Der Tag des Fotoshootings war ein guter Tag. Ich durfte ein fröhliches, aufgewecktes Mädchen mit wunderschönen strahlend blauen Augen kennenlernen, die sichtlich Spaß daran hatte, sich fotografieren zu lassen. Wenn sie sich freute, klatschte sie in die Hände und wir alle stiegen mit ein. Es war ein tolles Shooting, bei dem wirklich schöne Fotos entstanden sind.
Ich bin tief beeindruckt wie toll die Familie miteinander umgeht und es ist schön zu sehen wie auch Vivians Geschwister hinter ihr stehen, obwohl sie oft zurückstecken müssen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese wundervolle Familie kennenlernen durfte und ihnen eine Freude mit den Fotos machen konnte.
Vivian, ich danke dir und deiner Familie für die tolle Zeit und wünsche euch alles erdenklich Gute und viel Kraft für die Zukunft.

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